Was wird in anderen Ländern zu Weinachten gegessen?
Polen: Dort will es die Weihnachtstradition, dass immer ein Gedeck mehr auf dem Tisch ist, als Personen eingeladen sind. Wer spontan vorbeikommt, ist herzlich willkommen, mitzuessen. Zum Weihnachtsmahl gibt es zwölf traditionelle Gerichte. Sie enthalten kein Fleisch, sondern nur Produkte von Feld, Wald und Wiesen und aus dem Wasser (normalerweise Fisch in Aspik, meistens Karpfen, dem polnischen Nationalgericht). Außerdem wird Rote-Beete-Suppe serviert, dazu gibt es Teigtaschen mit Sauerkraut und Pilzen. Zum Dessert wird man mit Mohnkuchen verwöhnt („Mokowieck“).
Spanien: Auch hier werden unangekündigte Besucher verwöhnt, meist mit Süßigkeiten wie kleinem Sandgebäck mit Olivenöl („mantecados“) und Wein- oder Zimtkeksen („polvorones“). Mancherorts gibt es einen ganzen Weidenkorb voller regionaler Spezialitäten: Mandeln, Olivenöl, Chorizo, getrocknete Früchte.
Rumänien: Hier gibt es Schwein in jeder Form: Wurst, Würstchen, Koteletts. Die ganze Familie trifft sich, um ein oder mehrere Tiere zu schlachten, anschließend werden die Innereien und das Fleisch verteilt. Zum Abendessen gibt es dann eine ordentliche Wurst- und Fleischplatte.
Belgien: Hier besteht das Weihnachtsmenu traditionell aus Wild oder Pute. In Wallonien sind Innereien „à l’djotte“ unumgänglich. Sie werden wegen ihrer Füllung mit Grünkohl auch ganz einfach „Grünwürste“ genannt. Zur Tradition gehört es außerdem, Hefegebäck in Form des Jesuskindes zu naschen („cougnous“ oder „cougnolles“).
Frankreich: Hier werden den Gästen jeweils sechs Austern mit Zitrone oder Schnecken in Butter- und Knoblauchsoße serviert. Danach gibt es Foie Gras (Gänseleberpastete) und Confit. Zum Nachtisch erwartet einen die berühmte „Bûche de Noël“, ein mit Creme oder Eis gefüllter Kuchen in Form eines Holzscheits.
Großbritannien: Am 25.12. gibt es in Großbritannien Rosenkohl, Bratkartoffeln und meist Truthahn. Dazu isst man Mince Pie oder Plumpudding. In der Nachspeise sind oft Münzen versteckt, die dem Finder Glück versprechen. Die bekanntest Weihnachtstradition in Großbritannien ist der Christmas-Pudding (Christmas-Cake). Er besteht aus einer Weizenmischung, die in Milch und Gewürzen, Pflaumen und Muskat gekocht wird. Die Briten und die Iren haben aus diesem Leckerbissen mit seiner kaum zu beschreibenden Textur einen Mythos gemacht. Um einen echten Pudding zu kochen, muss man schon im November mit den Vorbereitungen beginnen. Am letzten Sonntag vor Weihnachten trifft sich die ganze Familie, rührt gemeinsam im Pudding und spricht ihre Wünsche für das kommende Jahr.
Schweden: Hier beginnt das Weihnachtsmahl mit einer recht umfangreichen Vorspeise namens «smörgasbord», einem in Zwiebeln eingelegten Hering. Dazu gibt es Teigtaschen mit Creme, Salzgurken („malossol“), Schwarzbrot, Gänseleber, geräucherten Würstchen, Schweinefleisch in Gelee, Bouletten, Sprotten und einen ganzen Schinken, der in Salzlake gekocht oder gepökelt wurde. Wer dann noch Platz im Magen hat, bekommt zur Hauptspeise „lutfisk“ - gelaugten Stockfisch.
Italien: Beim italienischen Weihnachten ist deutlich mehr Zucker im Spiel. Im Norden isst man „Panettone“, ein gezuckertes Hefegebäck mit Rosinen und kandierten Früchten. In Mittelitalien gibt es den „Panforte“, eine Spezialität der Stadt Sienna, mit Mandeln, kandierten Früchten, Gewürzen und Honig. Der Süden schließlich serviert die „Struffoli“, Honigkrapfen mit kandierten Früchten - eine neapolitanische Spezialität!
Portugal: Hier gibt es traditionell auch Truthahn. Aber man sollte nicht erstaunt sein, auf seinem Teller auch einmal eine Kabeljau vorzufinden, begleitet von Kartoffeln und Kohl.
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